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Allgemein | 28.11.17

16 Punkte vom Gault&Millau! Damit zählt das GOLVET in kürzester Zeit zu den Top 20 der Berliner Kulinarik Szene

Wir freuen uns, Ihnen heute mitteilen zu können, dass GOLVET im Gault&Millau Restaurantguide 2018 aufgenommen wurde. Wir wurden mit  16 Punkten und zwei Mützen bewertet und gehören damit zu den 20 Berliner Spitzenrestaurants.

 Unser Eintrag im Gault&Millau 2018:

„Der Begriff „spektakulär“ ist schwer zu vermeiden, wenn es um dieses neue Restaurant geht. Denn Golvet bezeichnet zwar auf Schwedisch den Boden, aber beim Blick von der Terrasse oder aus den riesigen Fenstern im achten Stock fühlt sich der Gast eher dem Himmel nah, so weit entfaltet sich das Panorama über die halbe Stadt. Und auch Björn Swansons offene Küche trägt viel zum faszinierenden Raumgefühl bei, das kulinarisch interessierte Touristen automatisch anziehen sollte – mehr Berlin geht kaum, eine starke Alternative zu Hugos und Skykitchen. Swanson, der in den Jahren zuvor wenig Glück mit seinen Engagements hatte, macht den Eindruck, dass er angekommen ist. Er ist kein Dogmatiker, bevorzugt einen weltoffenen Stil ohne regionalen Schwerpunkt und ist für den Anfang vielleicht noch ein wenig zu sehr mit Modeprodukten à la „Hamachi“ beschäftigt. Aber wenn er türkische Sucuk-Wurst mit Petersiliencreme, Petersilienwurzel und erstaunlichem Champignon-Eis serviert, werden eigene Perspektiven sichtbar. Auch die Hoi-Sin-Makrele in grüner Sauce – grüner, als sie je der gemeine Frankfurter gesehen hat – mit Ziegenquark und einer schlicht im Salzteig gebackenen Kartoffel zeigte an, dass man in einer der wenigen hochehrgeizigen deutschen Gründungen des Jahres sitzt. Eher nordisch-regionalen Charakter hatte das Rehtatar, à la mode leicht abgeflämmt, mit Eigelb-Emulsion, Sauerklee, Brotchips und kaltem Sud von Roten Beten und Birke – Swanson hat ein ausgezeichnetes Gefühl für Proportionen und feine Aromeninszenierungen, die nie die Balance verlieren und das Hauptprodukt glänzen lassen. Der mit krosser Haut servierte Lachs kam aus einem warmen Nussbuttersud, der ihm Aroma und ideale Konsistenz verlieh, diskret eskortiert von marinierten Dillblüten, Rhabarber und Miso-Mayonnaise. Originell fanden wir auch das Burrata-Süppchen mit Pfirsich und Holzkohle-Öl, das von zwei winzigen „Pulled-Karnickel“-Sandwichs begleitet wurde, ein wohlschmeckender, fast schon ironischer Kommentar zu den herrschenden Moden. Als Startschwierigkeit verbuchten wir die leichte Übergarung kross gebratener Wolfsbarschfilets, deren Begleitung, ein roher Selleriesalat mit Kerbel-Beurre blanc, etwas zu respektvolle Distanz zum ausgezeichneten Hauptprodukt wahrte. Perfekt abgepasst war das Rehrückenfilet mit süß-saurem Zungensalat, Blumenkohl und deftigen „polnischen Dim Sum“. Hoher Standard von Anfang an auch in der Pâtisserie: Panna cotta und Crumble von heller Schokolade mit Guaven-Sorbet und, tatsächlich, „Milchmädchen-Espuma“ oder eine Erdbeer-Pavlova mit Lavendelsahne, Walderdbeeren und Eis von gebranntem Honig. Der Service lief von Anfang an auf bemerkenswert hohem Niveau. Maître-Sommelier Benjamin Becker legte eine betont originelle Weinkarte auf, die sicher noch nicht ihr endgültiges Profil erreicht hat, zumal für den konventionellen Geschmack: Wer nicht intensiv in der „Natur“-Szene unterwegs ist, wird sich freuen, wenn er zumindest den Namen der südfranzösischen Kult-Domäne Matassa schon mal gehört hat. Becker ist aber trotz seiner Erscheinung kein Hipster-Dogmatiker, berät gezielt und kann mit seinen offenen Weinen auch Skeptiker überzeugen. Eine bemerkenswerte Neugründung, konträr zum Gebot der bistrohaften Unauffälligkeit, das Berlin erfasst hat.“